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Ein Jagdgefährte zieht ein!

Liebe Übernehmerin, lieber Übernehmer eines Hundes von den Jagdgefährten e.V.,
der große Tag naht und die Aufregung steigt. Bald wird ein neuer Gefährte bei Ihnen einziehen. Gerade für diejenigen von Ihnen für die es evtl. der erste Hund ist, möchten wir Ihnen zur Unterstützung diesen Leitfaden zur Verfügung stellen.

Bitte machen Sie sich die Mühe und lesen diesen Leitfaden komplett, er basiert auf unserer längjährigen Erfahrung!

Die Ankunft des Hundes aus dem Ausland

Was brauchen Sie um den Hund abzuholen?

  1. Eine der Größe des Hundes angemessene Leine.
  2. Halsband oder Geschirr. Achtung diese sollten eher etwas zu eng als etwas zu locker sitzen. Bei ängstlichen Hunden ist es sinnvoll Halsband UND Geschirr dabei zu haben, das werden wir aber bei Bedarf mit Ihnen besprechen.Zwar haben die Hunde beim Transport Halsbänder um, jedoch sollten Sie, bevor Sie den Hund entgegennehmen, den richtigen Sitz des Halsbandes entweder selbst kontrollieren, oder die Fahrtbetreuer direkt darauf ansprechen.Als kleine Orientierung- bei einem Halsband sind max. ein bis zwei Fingerbreit Luft zwischen Halsung und Hals ausreichend. Das Risiko, daß ein Hund wegen schlecht sitzendem Halsband oder Geschirr entwischt ist nicht zu unterschätzen!!!
  3. Eine Flasche Leitungswasser und einen Trinknapf.
  4. In Ihrem Fahrzeug eine Hundebox, Trennnetz oder Gitter im Kombi, Anschnallgurt auf der Rücksitzbank. Kein Hund, auch wenn er noch so klein ist, darf im Fahrzeug ungesichert befördert werden.
  5. Nachdem Sie den Hund entgegengenommen haben, lassen Sie sich von den Transportbetreuern unbedingt den europäischen Haustierausweis (Impfpass) aushändigen.

Mit Glück werden Sie selbst keine allzu weite Anfahrt bis zu dem Ort haben, an dem Sie ihren Hund übernehmen werden. Bitte bedenken Sie, daß Ihr Hund bis zu dem Zeitpunkt wenn Sie ihn entgegennehmen eine sehr lange Fahrt hinter sich hat. Für die meisten Hunde bedeutet so ein Transport Stress. Daher macht es in der Regel auch keinen Sinn den Hunden nach der Übernahme und vor der Weiterfahrt Futter anzubieten. Bieten Sie Ihrem Hund etwas Wasser an- im besten Fall nicht mitten im Trubel und lassen Sie ihn sich bei einer kurzen Runde lösen.

Allzu lange sollten Sie sich auch nicht aufhalten und Ihre Fahrt in sein endgültiges Zuhause zeitnah beginnen. Wir empfehlen beim Weitertransport in Ihrem Fahrzeug eine kurze Leine am Halsband des Hundes zu belassen. Zuhause angekommen haben Sie es leichter den
Hund aus dem Auto zu holen.

 

Zuhause angekommen

Wenn hier bereits ein zweiter Hund auf den Neuankömmling wartet, werden Sie mit beiden Hunden zusammen einen Spaziergang auf neutralem Gelände unternehmen. Natürlich bleiben beide Hunde dabei angeleint und dürfen zu Beginn nur kontrolliert Kontakt aufnehmen. Dann geht es zusammen wieder zurück nach Hause.
Steht ein Garten zur Verfügung wird auch dieser gemeinsam und angeleint inspiziert. Erst dann geht es ins Haus bzw in die Wohnung.
Ob der Hund direkt nach der Ankunft geduscht bzw gebadet werden sollte besprechen Sie bitte mit dem zuständigen Vermittler- leider läßt sich diese Prozedur oft nicht vermeiden,
wenn der Hund z.B direkt aus einem Shelter und nicht aus einer Pflegestelle kommt. Nun können Sie dem Neuzugang auch etwas Futter anbieten und dann sollte möglichst Ruhe einkehren. Natürlich werden Sie ihren Hund in den nächsten Tagen auch routinemäßig einem Tierazt vorstellen, den Hund entwurmen und gegfls. nötige Nachimpfungen mit dem Tierarzt besprechen. (Bitte sprechen Sie auch zu diesem Thema mit Ihrem zuständigen Vermittler)

 

Die Eingewöhnung

Wo sollte der feste Platz des Hundes sein ?
Am besten an einer zugfreien und ruhigen Stelle im Haus, Plätze wie Flur, Eingangsbereich oder Küche sind im Normalfall ungeeignet. Auf dem Ruheplatz muß der Hund zwingend zur Ruhe kommen können und wird dort auch in Ruhe gelassen!!!
Unter Umständen kann zu diesem Zweck eine Hundebox gute Dienste leisten.
Diese Regel ist natürlich auch für die Kinder im Haus (wenn vorhanden), für Besucher und auch für einen selbst bindend. Bestimmt werden in der ersten Zeit viele Menschen Ihren neuen Weggefährten kennenlernen wollen.Bedenken Sie dabei bitte, daß in erster Linie jedoch der Hund es ist, der sich erst einmal eingewöhnen sollte und eine Bindung zu Ihnen bekommen muß.
Wichtig für den Neuankömmling ist, kein Mitleid für ihn und seine Vergangenheit. Ab heute beginnt sein neues Leben, ab heute gelten neue Regeln, ab heute geht es ihm gut! Der Hund braucht gerade jetzt in der Eingewönungszeit klare Strukturen und Regeln.Das macht ihm die Zeit der Eingewönung besonders einfach und nachvollziehbar.
Sofort muß der Hund lernen, daß Sie es sind, der vorgibt, was erlaubt oder verboten ist, oder was situationsabhängig geduldet wird und natürlich auch lernen, daß sich die Zusammenarbeit mit Ihnen lohnt.(Grundkommandos/Belohnung mit Futter oder etwas was für den Hund lohnenswert ist.)

Am besten erreicht der Mensch dieses Ziel durch eine ruhige, souveräne und vor allem sehr konsequente und positive Art der Zusammenarbeit mit dem Hund. Belohnen Sie positives Verhalten, zeigen Sie ihm, welches Verhalten sie wünschen und welches Verhalten unerwünscht ist.
Nutzen Sie Futter als Hilfsmittel, es geht hierbei nicht um Bestechung, sondern um Belohnung! In dieser Zeit darf der Hund sich gerne seine Mahlzeit ausschließlich bei der Zusammenarbeit mit Ihnen verdienen! Für Hunde bedeutet diese, für ihn erfolgreiche Zusammenarbeit, eine unglaubliche Selbstbestätigung und fördert das Zusammngehörigkeitsgefühl. Bei dieser Form des Bindungsaufbaus darf der normale Fressnapf am besten komplett im Schrank verbleiben.

 

Gassigänge und Garten

In den ersten Wochen oder sogar Monaten werden Sie Ihren Gefährten auf keinen Fall frei ohne Leine laufen lassen! Bevor es soweit ist, muß erst die Bindung zu Ihnen gefestigt sein. Es muß klar sein, daß Ihr Hund auch in Reizsituationen sicher abrufbar ist. Bedenken Sie bitte: Im schlimmsten Fall genügt ein Auto um ein Hundeleben zu beenden und unter Umständen kommt nicht nur der Hund zu Schaden, sondern Sie gefährden im schlimmsten Fall auch Unbeteiligte.

Auch im Garten sollte sich der Hund nicht unbeaufsichtigt aufhalten- Achtung es gibt Ausbrecherkönige die selbst 2 Meter hohe Zäune überwinden, wenn im Nachbargarten eine Katze läuft.
Natürlich gibt es noch vieles Mehr zu beachten, was jedoch an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde. Auf jeden Fall stehen wir Ihnen auch nach der Vermittlung
gerne mit Rat und Tat zur Seite. Wichtig ist nur, daß Sie uns bei Problemen möglichst zeitnah ansprechen und nicht unnötig lange warten-
wir helfen gerne !